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Ein Claude-Pro-Abo, alle Tools: `hermes proxy` mit Aider, Cline und Codex CLI

Hermes Agent

Hermes Agent

@hermesagents

May 18, 2026

7 Min. Lesezeit

v0.14.0 brachte einen einzeiligen Befehl — hermes proxy — der still eine ganze Klasse von Integrationsfragen verschluckte, die die Community seit Monaten gestellt hatte. Du startest hermes proxy und bekommst einen lokalen http://localhost:port-Endpoint, der die OpenAI-API spricht und vom OAuth-Provider gestützt wird, in den du via Hermes eingeloggt bist — Claude Pro, ChatGPT Pro oder SuperGrok.

Die praktische Konsequenz: Tools, die nur die OpenAI-API sprechen können — Aider, Cline, Codex CLI, Continue und der lange Schwanz an Editor-Plugins — können jetzt über dein bestehendes Abo mit Claude Pro, ChatGPT Pro und SuperGrok reden, ohne dass du je einen API Key erzeugst.

Das ist der Punkt, der zählt: Die meisten dieser Tools verlangen pro Provider eine eigene Abrechnungsbeziehung. Aider mit Claude → ein Anthropic-Console-Konto mit Zahlungsmethode. Cline mit GPT-5 → ein OpenAI-Billing-Konto. Codex CLI → genauso. hermes proxy klappt das Ganze auf einen einzigen Localhost-Endpoint zusammen, der sich über die OAuth-Session authentifiziert, die du ohnehin hast.

Hier ist der genaue Workflow.

0. Voraussetzungen

  • Hermes Agent v0.14.0 oder neuer installiert und konfiguriert (hermes --version zur Kontrolle)
  • Mindestens ein OAuth-Abo via hermes model verknüpft — Claude Pro, ChatGPT Pro oder SuperGrok

Falls du dich noch nie bei einem OAuth-Provider eingeloggt hast: Der erste Aufruf von hermes model führt dich pro Provider durch den OAuth-Flow. Nimm das Abo, für das du wirklich zahlst.

1. Den Proxy starten

bash
hermes proxy

Standardmäßig bindet er sich an einen freien Port auf localhost. Im Startlog steht die URL — kopier sie. Wenn du den Port festnageln willst:

bash
hermes proxy --port 11500

Lass ihn als langlaufenden Prozess laufen — er muss leben, solange Tools weiter unten ihn benutzen. systemd, launchd, tmux oder einfach ein Terminal-Tab — alles geht.

2. Ein Downstream-Tool auf den Proxy zeigen

Aider

bash
export OPENAI_API_BASE=http://localhost:11500/v1
export OPENAI_API_KEY=hermes-proxy  # irgendein nicht-leerer String reicht
aider --model claude-sonnet-4-6

Das --model-Flag von Aider verweist auf den Modellnamen, wie der Proxy ihn aus deiner Hermes-Provider-Config auflöst. Bist du über Claude Pro eingeloggt, ist dein Default-Claude-Modell verfügbar; gleiches gilt für ChatGPT Pro und SuperGrok.

Cline (VS Code)

In Clines Einstellungen wählst du als Provider OpenAI Compatible. Dann:

  • Base URL: http://localhost:11500/v1
  • API Key: hermes-proxy (irgendein nicht-leerer Wert)
  • Model ID: der Modellname aus deiner Hermes-Config (z. B. claude-sonnet-4-6, gpt-5.1)

Speichern. Cline routet seine Requests jetzt durch Hermes; den Rest erledigt die Abo-Auth.

Codex CLI

Codex CLI erwartet üblicherweise OPENAI_API_BASE und OPENAI_API_KEY. Gleiches Schema wie bei Aider:

bash
export OPENAI_API_BASE=http://localhost:11500/v1
export OPENAI_API_KEY=hermes-proxy
codex --model gpt-5-codex

Wenn du über Hermes bei ChatGPT Pro eingeloggt bist, taucht das gpt-5-codex-Modell durch den Proxy auf und Codex CLI bekommt vollen Zugriff, ohne dass du je eine OpenAI-Abrechnungsbeziehung eröffnen musstest.

Continue (JetBrains / VS Code)

Du bearbeitest deine Continue-Config (~/.continue/config.json oder über die UI):

json
{
  "models": [{
    "title": "Claude via Hermes",
    "provider": "openai",
    "model": "claude-sonnet-4-6",
    "apiBase": "http://localhost:11500/v1",
    "apiKey": "hermes-proxy"
  }]
}

Gleiches Muster. Das "provider" bleibt openai, weil es für Continue so aussieht, als spräche es einen OpenAI-Endpoint an.

3. Prüfen, ob es läuft

Ein schneller curl-Test:

bash
curl http://localhost:11500/v1/models -H "Authorization: Bearer hermes-proxy"

Du solltest die Liste der Modelle zurückbekommen, die deine Hermes-Provider-Config bereitstellt. Kommt ein 401 oder eine leere Liste, läuft der Proxy zwar, aber Hermes sieht keine aktive OAuth-Session — führe hermes model nochmal aus und wähle einen Provider, für den du ein aktives Abo hast.

4. Troubleshooting

  • „Connection refused" — der Proxy läuft nicht. Starte ihn.
  • „401 unauthorized" — das angeforderte Modell ist nicht von deinem verknüpften Abo abgedeckt. hermes model ausführen und schauen, welche Provider aktiv sind.
  • „Model not found" — der Modellname im Downstream-Tool stimmt nicht mit dem überein, was dein Hermes-Provider bereitstellt. Nimm die Namen aus hermes model list.
  • Rate-Limit — du läufst gegen die Limits des Abos (Claude Pro hat etwa 50 Nachrichten pro 5 Stunden bei Sonnet; ChatGPT Pro hat eine eigene Quote; SuperGrok ebenfalls). Der Proxy fügt keinen eigenen Rate-Limiter hinzu; er reicht die Quote durch, die dein Provider dir gibt.

Warum das wichtig ist

Die OpenAI-API ist die Lingua franca des KI-Tool-Ökosystems. Fast jedes Editor-Plugin und jeder Code-Assistent unterstützt zuerst OpenAI und an zweiter Stelle „OpenAI-kompatible Endpoints". Der Haken ist, dass „kompatibler Endpoint" fast immer heißt „du brauchst einen API Key, das heißt du brauchst ein Billing-Konto, das heißt dein 20-Dollar-Abo wird zu einem Pay-as-you-go-Konto im Dashboard von jemand anderem".

hermes proxy klappt dieses Problem zu. Dein OAuth-Abo bleibt, wo es lebt. Der Proxy spricht OpenAI auf localhost. Aider, Cline, Codex CLI, Continue — die wissen nicht, dass sie mit Claude oder Grok reden. Sie sehen nur einen funktionierenden OpenAI-Endpoint.

Ein Abo, alle Tools, kein API Key. Das ist die ganze Botschaft.

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